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Unternehmen für Inklusion!

Arbeit und Leben e. V. beendet Integrationsprojekt erfolgreich

„Unkündbar, nicht leistungsfähig oder öfters krank“ - diese Vorbehalte gegenüber Arbeitnehmern mit Behinderung hat das Projekt „Unternehmen für Inklusion!“ in Nordsachsen erfolgreich widerlegt.

Arbeit und Leben e. V. brachte mit seinen Partnern, u. a. dem Jobcenter Nordsachsen und der Agentur für Arbeit Oschatz, langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderung wieder in Arbeit.

„Wir hatten uns das Ziel gesetzt, 20 Teilnehmer in sozialversicherungspflichtige und vor allem in dauerhafte Beschäftigung zu vermitteln“, fasst Stefan Albert, Projektleiter, Arbeit und Leben e. V. zusammen. Das ist gelungen.

 „Von den teilnehmenden Frauen und Männern, vorwiegend aus Eilenburg, konnten 12 einen festen Arbeitsvertrag unterzeichnen, fünf arbeiten aufgrund ihrer Beeinträchtigung als Minijobber und drei nehmen an einer betrieblichen Umschulung teil, nur zwei Teilnehmer haben es leider nicht geschafft“, resümiert Albert weiter.

Die Ergebnisse des Projekts „Unternehmen für Inklusion! – Nordsächsische Initiative zur Verbesserung der Intregrationschancen langzeitarbeitsloser Menschen mit Behinderung“ sind gestern bei der Abschlussveranstaltung in Eilenburg vorgestellt worden. Unter den Gästen waren beispielweise Horst Wehner, zweiter Vizepräsident des Sächsischen Landtages, und Ralf Scheler, Oberbürgermeister der Stadt Eilenburg.

Herangehensweise und Erfahrungen im Projekt

Doch kurz zurück zum Projektstart 2016: Hier hieß es anfangs Türklinken putzen, aufklären und sensibilisieren bei zunächst 380 kontaktierten Unternehmen in Nordsachsen, gefolgt von 150 direkten Gesprächen mit potenziellen Arbeitgebern. „Die Sensibilisierung  für das Thema ist uns vor allem besonders gut in kleinen Unternehmen gelungen, hier kamen Arbeitgeber und die Belegschaft gleich an einem Tisch zusammen“, berichtet der Projektleiter.  

Die Projektteilnehmer sind auf ihrem Weg in eine mögliche Berufstätigkeit durch den Projektträger individuell und intensiv unterstützt, gefördert und begleitet worden. „Wir haben geschaut: was kann die Person, welche Qualifikation hat diese, wie passt sie zu einem Unternehmen und wie ist der Arbeitsweg zu bewältigen? Dabei haben wir u. a.  mit zwei verschiedenen Methoden gearbeitet“, erläutert der Projektleiter Stefan Albert weiter. Die erstere Methode sah die Vermittlung des Arbeitnehmers nach Fertigkeiten und Fähigkeiten vor, und bei der letzteren wurde ein neues Stellenprofil  geschaffen durch Nutzen von vorhandenen Qualifikationen. Gleichermaßen ist die andere Seite – der neue Arbeitgeber – bei seiner Entscheidung für einen Mitarbeiter mit Behinderung unterstützt und begleitet worden. Dazu sind beispielsweise  die Arbeitsplätze entsprechend umgebaut worden oder auch Wege zur Arbeit geschaffen worden. Für viele Menschen mit Behinderung ist fehlende Barrierefreiheit auf dem Arbeitsweg ein Hindernis.

Stefan Albert und sein Team haben bei der Vermittlung von Personal mit Beeinträchtigung auch immer das Umfeld, die Machbarkeit und die Umsetzung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgewogen.

Sicht der Teilnehmer

„Ich fühle mich wieder gebraucht und meine Arbeit wird anerkannt“, ist beispielweise eine Aussage einer Teilnehmerin des Integrationsprojekts. Sie arbeitet in einer Physiotherapie-Praxis in Taucha. Weitere Teilnehmer sind u. a. in einer Sicherheitsfirma oder in einem Landschaftspflegebetrieb tätig.

Stefan Albert blickt als Projektleiter auf drei volle Jahre Arbeit für seine „Schützlinge“ zurück und schließt stolz mit den Worten: „es war eine dankenswerte Arbeit, ein schönes Projekt – vor allem, weil alle Teilnehmer freiwillig und motiviert dabei waren“. Das Projekt zieht positive Bilanz und endet im April 2019.

Anmerkung der Redaktion

Wir wünschen unserem Netzwerkpartner alles Gute, und dass das Projekt zur Nachahmung anregt. Entsprechend hoffen wir in diesem Sinne auf ein Anschlussprojekt.

Stefan Albert berichtet zu den Projektergebnissen und erläutert seine Präsentation dem Publikum