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Neuer Tastrundgang im Verkehrsmuseum für blinde Menschen und Menschen mit Seheinschränkungen

Mithilfe eines Tastrundgangs ermöglicht das Verkehrsmuseum Dresden neuerdings blinden Menschen und Menschen mit Seheinschränkungen, selbstständig Informationen über bestimmte Exponate in den permanenten Ausstellungen erfassen zu können. Zwölf Schilder mit vergrößerter Schwarz- und Brailleschrift markieren die zu betastenden Exponate. Sie geben Auskunft über Ausstellungsstücke wie das Luxus-Cabriolet Röhr F8 von 1933 oder den Bug des Personen-Seitenraddampfers von 1898.

Aus baulichen Gründen ist es nicht möglich, ein taktiles Leitungssystem im Verkehrsmuseum einzurichten. Deshalb ist für blinde Menschen und Menschen mit Seheinschränkungen ein Besuch nur mit Begleitperson möglich. Für sie liegen an der Museumskasse Lagepläne in Schriftsprache mit Fotos der zu betastenden Exponate bereit. Die Handschuhe zum Betasten der Ausstellungsstücke erhalten die Besuchenden ebenfalls an der Kasse. Mit seinen vielen robusten Exponaten unterschiedlicher Größe und Form verfügt das Verkehrsmuseum über ein großes Potenzial, blinden Individualgästen einen Zugang zu seiner Sammlung zu ermöglichen.

Kinder der Leipziger Wladimir-Filatow-Schule für Sehbehinderte und Blinde nahmen an einer ersten Vorstellung des Tastrundgangs teil und durften die Exponate auf ihre Praxistauglichkeit prüfen: Chien las die Erklärung zur Elbe-Kette auf Kettentrommeln in Braille-Schrift und Leon ertastete einen Zylinder-Sternmotor.

Das Verkehrsmuseum arbeitet beständig am Auf- und Ausbau inklusiver Zugänge in den Ausstellungsbereichen und zum Museum selbst. So gibt es für Menschen mit Höreinschränkungen die kostenlose Audioguide-App des Verkehrsmuseums auch in deutscher Gebärdensprache. Darüber hinaus sind Führungen in Leichter Sprache oder geführte Tastrundgänge für Menschen mit Seheinschränkungen buchbar. Die Website des Verkehrsmuseums ist so barrierearm wie möglich gestaltet und garantiert somit einen öffentlichen und diskriminierungsfreien Zugang für verschiedene Zielgruppen. So ist beispielsweise eine Landingpage in Leichter Sprache vorhanden. Nutzer können nach Bedarf auch den Kontrast erhöhen, die Animationen stoppen, sich die Seite vorlesen lassen und die Schriftgröße über die Tastatur anpassen.

Leo testet das neue Angebot für blinde Besucher*innen Foto: Anne Hiecke